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Paraguays Arbeitsmarkt im 2. Quartal 2026: Arbeitslosigkeit sinkt, Unterbeschäftigung steigt

Die offizielle Haushaltsbefragung für das zweite Quartal 2026 weist eine Arbeitslosenquote von 4,1 % aus. Zugleich stieg die zeitbezogene Unterbeschäftigung auf 4,8 %; die kombinierte Unterauslastung blieb dadurch nahezu unverändert.

Aktualisiert am 14. August 2026Offiziell bestätigt

Was ist passiert?

Das paraguayische Statistikamt INE hat die wichtigsten Ergebnisse seiner fortlaufenden Haushaltsbefragung EPHC für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Gegenüber dem gleichen Quartal 2025 sank die Arbeitslosenquote landesweit von 5,0 auf 4,1 Prozent. Das INE bewertet den Rückgang um 0,9 Prozentpunkte als statistisch signifikant.

Hinter der niedrigeren Quote steht zugleich eine größere Zahl Erwerbstätiger: Das INE schätzt für das zweite Quartal 2026 rund 3,27 Millionen Beschäftigte. Das sind etwa 114.563 mehr als ein Jahr zuvor. Die Beschäftigtenquote der Bevölkerung ab 15 Jahren stieg von 68,1 auf 69,7 Prozent.

Auf welchen Zeitraum beziehen sich die Daten?

Die Werte beziehen sich auf April bis Juni 2026 und werden mit dem zweiten Quartal 2025 verglichen. Sie beruhen auf einer Stichprobenerhebung und sind daher Schätzungen, keine vollständige Zählung.

Die landesweite Auswertung umfasst nicht die Departamentos Boquerón und Alto Paraguay, indigene Gemeinschaften sowie Gemeinschaftsunterkünfte. Außerdem wurden die Hochrechnungsfaktoren an die 2025 überarbeiteten Bevölkerungsschätzungen und -projektionen angepasst. Diese Abgrenzungen sind bei Vergleichen und Standortentscheidungen wichtig.

Was ändert sich konkret?

Die Veröffentlichung ändert keine arbeitsrechtliche oder steuerliche Regel. Sie liefert aber ein aktuelleres Bild von Angebot und Auslastung am Arbeitsmarkt.

Neben der sinkenden Arbeitslosigkeit zeigt die Erhebung eine gegenläufige Entwicklung: Die zeitbezogene Unterbeschäftigung stieg gegenüber dem Vorjahresquartal statistisch signifikant von 3,8 auf 4,8 Prozent. Darunter versteht das INE Erwerbstätige, die weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten, mehr arbeiten möchten und dafür verfügbar sind. Betroffen waren geschätzt 163.088 Menschen, davon 60,2 Prozent Frauen.

Die kombinierte Quote aus Arbeitslosen und zeitbezogen Unterbeschäftigten lag bei 8,9 Prozent und damit praktisch auf dem Vorjahresniveau von 8,8 Prozent. Insgesamt zählte das INE in diesen beiden Gruppen rund 302.449 Personen. Die niedrigere Arbeitslosenquote allein bedeutet daher nicht, dass sich die gesamte ungenutzte Arbeitskapazität gleichermaßen verringert hat.

Für wen ist es relevant?

Für Unternehmer und Investoren sind vor allem die Größenordnung des Arbeitskräfteangebots und die sektoralen Verschiebungen relevant. Im Dienstleistungssektor lag die geschätzte Zahl der Beschäftigten um 116.513 über dem Vorjahresquartal; diesen Anstieg stuft das INE als statistisch signifikant ein. Besonders große rechnerische Zuwächse weist die Tabelle für Handel, Restaurants und Hotels sowie für gemeinschaftliche, soziale und persönliche Dienstleistungen aus.

Diese Daten zeigen jedoch weder regionale Fachkräfteverfügbarkeit noch Lohnniveau, Qualifikation oder Fluktuation. Sie ersetzen deshalb keine lokale Personalmarktanalyse.

Was muss man jetzt tun?

  • Bei Personal- oder Standortplanung nicht nur die Arbeitslosenquote, sondern auch Unterbeschäftigung und Erwerbsbeteiligung berücksichtigen.
  • Für konkrete Einstellungen zusätzlich regionale Daten, marktübliche Vergütung und benötigte Qualifikationen prüfen.
  • Sektorwerte als hochgerechnete Bestandszahlen lesen: Sie belegen keine bestimmte Ursache und sind nicht automatisch mit neu geschaffenen formellen Arbeitsplätzen gleichzusetzen.

Was ist noch unklar?

Aus der Quartalsbefragung lässt sich nicht ableiten, wie viele der zusätzlichen Beschäftigten formell registriert sind oder dauerhaft beschäftigt bleiben. Auch die Ursachen der sektoralen Veränderungen werden in dem Ergebnisbericht nicht nachgewiesen. Aussagen zu einzelnen Departamentos oder Berufsgruppen benötigen weitergehende Daten.

Einordnung für deutschsprachige Interessenten

Das Bild ist differenzierter, als die isolierte Arbeitslosenquote vermuten lässt: Mehr Menschen waren beschäftigt und die offene Arbeitslosigkeit ging zurück. Gleichzeitig suchte ein größerer Anteil der Beschäftigten zusätzliche Arbeitsstunden. Für Arbeitgeber kann das auf verfügbares Arbeitskräftepotenzial hinweisen; für Arbeitnehmer sagt es noch nichts über Qualität und Bezahlung konkreter Stellen aus.

Quellen


Aktualisiert am 14. August 2026 · Quellenlage: offiziell bestätigt

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