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Paraguays Industrie: 37.248 verarbeitende Unternehmen

Neue INE-Daten zeigen: 74,8 % der verarbeitenden Unternehmen sind Mikrounternehmen; 67,8 % sitzen in Central, Asunción oder Alto Paraná.

Aktualisiert am 8. September 2026Offiziell bestätigt

Was ist passiert?

Das paraguayische Statistikamt INE hat am 8. September 2026 ein neues Strukturprofil der verarbeitenden Industrie veröffentlicht. Danach gab es im zugrunde liegenden Unternehmensregister 37.248 aktive verarbeitende Unternehmen mit RUC. Sie machten 7,5 Prozent der insgesamt 497.675 erfassten aktiven Unternehmen aus.

Die Veröffentlichung ändert keine Förderregel, Steuer oder Registrierungspflicht. Sie liefert Unternehmern und Investoren aber einen amtlichen Überblick darüber, welche Tätigkeiten und Standorte den formellen verarbeitenden Sektor prägen.

Auf welche Zeiträume beziehen sich die Daten?

Die Unternehmenszahlen stammen aus dem Directorio General de Empresas y Establecimientos (DIRGE) 2025 und beziehen sich auf das Jahr 2024. Erfasst werden nur aktive Unternehmen mit paraguayischem Registro Único del Contribuyente (RUC). Informelle Betriebe ohne RUC sind nicht enthalten.

Die Beschäftigtenzahl stammt aus der fortlaufenden Haushaltsbefragung EPHC für das zweite Quartal 2026. Beide Datenbestände beschreiben daher unterschiedliche Zeiträume und Erhebungsansätze; Unternehmenszahl und Beschäftigtenzahl dürfen nicht zu einer Durchschnittsgröße je Betrieb verrechnet werden.

Wie ist die verarbeitende Industrie aufgebaut?

Von den 24 ausgewiesenen Tätigkeitsgruppen entfielen die größten Anteile auf:

  • Metallwaren ohne Maschinen und Ausrüstungen: 19,3 Prozent,
  • Bekleidungsherstellung: 14,6 Prozent,
  • Lebensmittelherstellung: 12,2 Prozent,
  • Möbelherstellung: 9,0 Prozent,
  • Druck und unterstützende Dienstleistungen: 8,4 Prozent,
  • Holz- und Korkwaren ohne Möbel sowie Flechtwaren: 7,4 Prozent,
  • Wartung, Reparatur und Installation von Maschinen: 6,2 Prozent.

Die Größenstruktur ist kleinteilig. Das INE ordnet 27.870 Unternehmen beziehungsweise 74,8 Prozent als Mikrounternehmen ein. Hinzu kommen 3.036 kleine, 781 mittlere und 887 große Unternehmen. Für 4.674 Betriebe lag keine Größenklassifikation vor.

Die Einstufung beruht vorrangig auf den bei der DNIT erklärten Jahresumsätzen. Fehlen diese Angaben, ergänzt das INE sie anhand der im DIRGE gemeldeten Beschäftigtenzahl.

Wo konzentrieren sich die Unternehmen?

67,8 Prozent der verarbeitenden Unternehmen befinden sich in drei Gebieten:

  • Departamento Central: 40,2 Prozent,
  • Asunción: 15,0 Prozent,
  • Alto Paraná: 12,6 Prozent.

Itapúa folgt mit 6,5 Prozent, Caaguazú mit 5,6 Prozent. Die übrigen Departamentos kommen zusammen auf 20,0 Prozent.

Für Standortentscheidungen ist das ein erster Hinweis auf bestehende Lieferanten-, Kunden- und Arbeitsmarktcluster. Es belegt jedoch nicht, dass ein Standort außerhalb dieser Zentren ungeeignet ist oder dass innerhalb der Zentren Grundstücke, Energie, Logistik und Fachkräfte für ein konkretes Projekt verfügbar sind.

Was zeigen die Beschäftigtendaten?

Für das zweite Quartal 2026 schätzt die EPHC 353.031 Beschäftigte ab 15 Jahren in der verarbeitenden Industrie. Davon waren 66,1 Prozent Männer und 33,9 Prozent Frauen.

Die Erhebung schließt Boquerón und Alto Paraguay, indigene Gemeinschaften sowie Gemeinschaftsunterkünfte aus. Es handelt sich um eine hochgerechnete Haushaltsbefragung, nicht um eine vollständige Beschäftigtenzählung oder ausschließlich um registrierte Arbeitsverhältnisse.

Was sollte man jetzt tun?

  • Für die erste Standortauswahl die Konzentration in Central, Asunción und Alto Paraná berücksichtigen, aber Infrastruktur und Kosten lokal prüfen.
  • Vor einem Markteintritt untersuchen, ob die große Zahl von Mikrounternehmen eher potenzielle Lieferanten, Kunden oder Wettbewerber darstellt.
  • Die ausgewiesenen Tätigkeitsschwerpunkte mit eigenen Absatz- und Beschaffungsdaten abgleichen.
  • Für Personalplanung zusätzlich regionale Qualifikation, Lohnniveau, Formalität und tatsächliche Verfügbarkeit prüfen.

Was bleibt unklar?

Die Veröffentlichung enthält keine Angaben zu Umsatz, Produktivität, Exportanteil, Kapazitätsauslastung, Unternehmensalter oder Investitionsbedarf der einzelnen Gruppen. Sie zeigt auch keine Entwicklung gegenüber einem methodisch identischen Vorjahr. Aus den Zahlen lässt sich daher weder ein Industrieboom noch die Wirtschaftlichkeit eines konkreten Vorhabens ableiten.

Einordnung für deutschsprachige Interessenten

Die Daten bestätigen vor allem zwei Strukturmerkmale: Paraguays verarbeitende Industrie ist stark auf wenige Ballungsräume konzentriert und zugleich überwiegend kleinteilig. Für Investoren kann das Chancen für spezialisierte Zulieferung, Professionalisierung und Kooperation eröffnen. Die Statistik ist dafür ein sinnvoller Ausgangspunkt – eine belastbare Projektentscheidung braucht anschließend branchenspezifische und lokale Prüfung.

Quellen


Aktualisiert am 8. September 2026 · Quellenlage: offiziell bestätigt

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