Maquila-Exporte überschreiten bis August 2026 eine Milliarde US-Dollar
Paraguays Maquila-Unternehmen exportierten von Januar bis August 2026 Waren und Leistungen für 1,01 Mrd. US-Dollar – 26 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Vier Regionen bündeln 90 % der genehmigten Programme.
Was ist passiert?
Das paraguayische Ministerium für Industrie und Handel (MIC) hat am 11. September 2026 neue Zahlen zu den Unternehmen im Maquila-Regime veröffentlicht. Von Januar bis August 2026 erreichten deren Exporte demnach 1,01 Milliarden US-Dollar. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 801 Millionen US-Dollar; der Zuwachs beträgt damit 26 Prozent.
Nach Angaben des Ministeriums wurde die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar in den ersten acht Monaten eines Jahres erstmals überschritten. Allein im August 2026 exportierten Maquila-Unternehmen Waren und Leistungen im Wert von 150 Millionen US-Dollar.
Die Veröffentlichung ändert keine Regeln, Steuern oder Antragsverfahren. Sie ist eine aktuelle Branchenstatistik und zeigt, wie sich der exportorientierte Produktions- und Dienstleistungssektor innerhalb dieses besonderen Regimes entwickelt.
Auf welchen Zeitraum beziehen sich die Daten?
Die Export- und Importwerte umfassen Januar bis August 2026 und werden mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verglichen. Die Angaben zu Standorten und Beschäftigung beschreibt das MIC als aktuellen Strukturstand des Sektors, ohne in der Meldung einen gesonderten Stichtag oder eine Vergleichszahl zum Vorjahr zu nennen.
Die Zahlen betreffen ausschließlich Unternehmen mit genehmigten Maquila-Programmen. Sie bilden weder Paraguays gesamte Industrie noch den gesamten Außenhandel oder alle ausländischen Investitionen ab.
Was zeigen die Zahlen konkret?
Vier Produktgruppen stellten zusammen 70 Prozent der Maquila-Exporte:
- Autoteile,
- Bekleidung,
- Getränke und alkoholische Flüssigkeiten,
- Aluminiumwaren.
Weitere Ausfuhren kamen unter anderem aus der Chemie- und Pharmaindustrie, der Kunststoffverarbeitung, der Lebensmittelproduktion und anderen verarbeitenden Tätigkeiten.
Geografisch bleibt der Sektor stark konzentriert. 90 Prozent der Unternehmen mit genehmigten Maquila-Programmen befinden sich laut MIC in Alto Paraná, Central, Asunción und Amambay. Bei den Absatzmärkten dominiert die Region: 77 Prozent der Exporte gingen in den Mercosur, vor allem nach Brasilien und Argentinien. Daneben nennt das Ministerium die Niederlande, die USA, Chile und Uruguay als Zielmärkte.
Das MIC ordnet dem Maquila-Sektor rund 40.000 Arbeitsplätze zu. 70 Prozent davon entfallen auf Bekleidung, Autoteile, immaterielle Dienstleistungen, Kunststoffe sowie chemische und pharmazeutische Produkte. Die Meldung sagt nicht, wie viele dieser Stellen im Jahr 2026 neu entstanden sind.
Wie sind Exporte und Importe einzuordnen?
Bis Ende August meldeten die Maquila-Unternehmen Importe von 529 Millionen US-Dollar, 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Exporten von 1,01 Milliarden US-Dollar steht damit ein deutlich niedrigerer Importwert gegenüber.
Diese Aggregation ist ein Hinweis auf die Größenordnung der Verarbeitung und Wertschöpfung im Regime. Sie ist jedoch keine Gewinnrechnung: Aus den Summen lassen sich weder Margen noch Finanzierungskosten, lokale Beschaffung, Steuern oder die Rentabilität einzelner Betriebe ableiten.
Was sollten Interessenten jetzt tun?
Aus der Statistik entsteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Unternehmer und Investoren können sie aber für eine erste Marktprüfung nutzen:
- Branchen- und Absatzchancen besonders in den ausgewiesenen Produktionsclustern untersuchen,
- die Abhängigkeit von Brasilien, Argentinien und dem Mercosur in der eigenen Risikoanalyse berücksichtigen,
- Infrastruktur, Energie, Personal und Zulieferer am konkreten Standort prüfen,
- aktuelle Voraussetzungen und Vorteile des Maquila-Regimes direkt beim MIC klären, bevor Verträge oder Investitionen gebunden werden.
Was bleibt unklar?
Die amtliche Meldung enthält keine Zahl der genehmigten Programme, keine Aufteilung der Exportwerte nach Departamento und keine Angaben zu Umsatz, Gewinn oder Produktivität einzelner Unternehmen. Auch die Beschäftigungszahl wird nicht nach neu geschaffenen und bereits bestehenden Stellen getrennt.
Der Zuwachs belegt daher eine kräftige Entwicklung der Exportwerte, aber nicht automatisch eine entsprechende Steigerung von Unternehmensgewinnen, Reallöhnen oder neuen Investitionen.
Einordnung für deutschsprachige Interessenten
Die Zahlen sind ein belastbares Signal dafür, dass Paraguays Maquila-Sektor an wirtschaftlichem Gewicht gewinnt. Besonders relevant sind die starke Einbindung in regionale Lieferketten und die Konzentration auf wenige industrielle Standorte.
Für eine Investitionsentscheidung ist die Statistik ein Ausgangspunkt, kein Geschäftsmodell. Entscheidend bleiben die konkrete Wertschöpfung, lokale Kosten, Verfügbarkeit von Fachkräften, Logistik und die rechtssichere Ausgestaltung eines genehmigten Programms.
Quellen
Aktualisiert am 11. September 2026 · Quellenlage: offiziell bestätigt

