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Leben & InfrastrukturPraxis-Update

Puente de la Integración: DTVF kostet jetzt ₲ 74.929

Der paraguayische DTVF für berechtigte Grenzbewohner kostet bei Barzahlung jetzt ₲ 74.929 statt ₲ 234.154. Für lokale Pkw auf der Integrationsbrücke bleibt das Dokument für alle Insassen Pflicht.

Aktualisiert am 22. September 2026· Wirksam ab 14. September 2026Offiziell bestätigt

Was ist passiert?

Die paraguayische Migrationsbehörde hat den Tarif für den Documento de Tránsito Vecinal Fronterizo (DTVF) am 22. September 2026 berichtigt. Der von Paraguay ausgestellte DTVF kostet bei Barzahlung nun ₲ 74.929 statt ₲ 234.154. Migraciones begründet die Reduzierung mit dem Gegenseitigkeitsprinzip und verweist auf die Resolution DNM Nr. 760/2026.

Der DTVF ermöglicht berechtigten Bewohnern der verbundenen Grenzorte die Nutzung des Puente de la Integración zwischen Presidente Franco und Foz do Iguaçu. Für private Pkw gilt dort seit dem 14. September ein eigenes Zeitfenster von 7:00 bis 13:00 Uhr. Fahrer und sämtliche Insassen müssen den DTVF sowie ein gültiges Reisedokument mitführen.

Seit wann gilt es?

Der neue Brückenbetrieb gilt seit 14. September 2026. Den reduzierten Tarif veröffentlichte Migraciones am 22. September 2026 und führt ihn auf der aktualisierten Verfahrensseite als aktuellen Betrag. Ein separates Inkrafttretensdatum nur für die Gebührenänderung nennt die Behörde nicht.

Bei elektronischer Zahlung kommt die Provision des Zahlungsanbieters hinzu. Der Betrag von ₲ 74.929 ist ausdrücklich der Barpreis.

Für wen ist es relevant?

Die Pkw-Regel ist kein allgemeiner Grenzverkehr. Sie gilt für Einwohner der verbundenen Grenzorte Ciudad del Este, Presidente Franco, Hernandarias und Foz do Iguaçu, sofern sie das jeweils zuständige DTVF besitzen.

Beim Aussteller ist zu unterscheiden:

  • Paraguayischer DTVF: für Staatsangehörige eines Mercosur-Mitgliedstaats mit nachgewiesenem Wohnsitz in einer verbundenen Grenzgemeinde auf der brasilianischen Seite, etwa Foz do Iguaçu.
  • DTVF für Einwohner der paraguayischen Grenzorte: bei der brasilianischen Polícia Federal in Foz do Iguaçu zu beantragen.

Der DTVF ersetzt weder Pass noch sonstiges gültiges Reisedokument. Ein- und Ausreise müssen weiterhin bei der Migrationskontrolle registriert werden. Personen ohne DTVF können andere geöffnete Grenzübergänge nach den üblichen Regeln nutzen.

Wie beantragt man den paraguayischen DTVF?

Der paraguayische Antrag wird persönlich bei der Oficina de Admisión de Ciudad del Este, Avenida Rogelio Benítez fast Ecke 4 de Mayo, gestellt. Migraciones verlangt:

  • das ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular,
  • Original und eine in Paraguay notariell beglaubigte Kopie des Passes oder eines anderen zugelassenen Identitäts- beziehungsweise Reisedokuments,
  • Original und eine in Paraguay notariell beglaubigte Kopie einer Versorgungsrechnung auf den Namen des Antragstellers als Wohnsitznachweis,
  • das Original des von der brasilianischen Polícia Federal ausgestellten Strafregisterauszugs, ohne Einträge in den vergangenen fünf Jahren und mit prüfbarem Verifizierungscode,
  • die persönliche Aufnahme eines Fotos,
  • den Zahlungsnachweis.

Vorausgesetzt wird außerdem ein registrierter Migrationsvorgang. Nach vollständiger Prüfung soll das Dokument innerhalb von höchstens 72 Arbeitsstunden ausgestellt werden. Es gilt fünf Jahre und kann nach erneuter Prüfung um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Die aktualisierte Unterlagenliste ersetzt die ältere Angabe eines apostillierten Strafregisterauszugs. Maßgeblich ist nun das amtliche DTVF-Merkblatt vom 22. September.

Was muss man jetzt tun?

  • Prüfen, ob Wohnort und Staatsangehörigkeit zum Grenzregime passen.
  • Für jede mitfahrende Person das zuständige Verfahren klären: paraguayische DNM für Berechtigte auf brasilianischer Seite, brasilianische Polícia Federal für Bewohner der paraguayischen Seite.
  • Beim paraguayischen Antrag ₲ 74.929 in bar einplanen; bei elektronischer Zahlung die zusätzliche Anbieterprovision berücksichtigen.
  • DTVF und gültiges Reisedokument für alle Insassen mitführen und das Pkw-Zeitfenster von 7:00 bis 13:00 Uhr einhalten.
  • Keine reguläre Warenabfertigung an diesem Übergang einplanen. Zulässig sind nur Waren zur Grundversorgung im Rahmen des Mercosur-Abkommens.

Was bleibt unklar?

Die paraguayischen Quellen nennen weiterhin weder Kosten noch vollständige Unterlagen und Bearbeitungszeit des brasilianischen Verfahrens für Einwohner von Ciudad del Este, Presidente Franco und Hernandarias. Auch die konkrete Kontrollpraxis und die genaue Abgrenzung zulässiger Waren zur Grundversorgung werden nicht abschließend erläutert.

Die paraguayische Gebühr und die 72-Stunden-Frist dürfen deshalb nicht auf das brasilianische Verfahren übertragen werden.

Einordnung für deutschsprachige Interessenten

Die Gebührensenkung reduziert die Kosten des paraguayischen Verfahrens um rund 68 %. Praktisch nützt sie jedoch nur einem engen Personenkreis auf der brasilianischen Seite: Wohnsitz in einem verbundenen Grenzort und Staatsangehörigkeit eines Mercosur-Staates müssen zusammenkommen.

Deutschsprachige Einwohner von Ciudad del Este, Presidente Franco oder Hernandarias beantragen dagegen das brasilianische Dokument. Für Touristen, Einwohner anderer Orte oder Personen ohne DTVF bleibt die Integrationsbrücke keine allgemeine Pkw-Alternative zur Freundschaftsbrücke.

Quellen


Aktualisiert am 22. September 2026 · Quellenlage: offiziell bestätigt

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