US-Reisehinweis: Paraguay bleibt insgesamt auf Level 1
Das US-Außenministerium führt Paraguay weiter auf der niedrigsten Warnstufe. Für fünf Departamentos gilt wegen Kriminalität Level 2.
Was ist passiert?
Das US-Außenministerium führt Paraguay in seinem am 19. August 2026 aktualisierten Reisehinweis weiterhin insgesamt auf Level 1 – normale Vorsichtsmaßnahmen. Das ist die niedrigste Stufe des amerikanischen Systems.
Die Aktualisierung ist positiv, aber keine neue Hochstufung Paraguays in einem internationalen Sicherheitsranking. Die Behörde erklärt ausdrücklich, dass sich weder die Warnstufe noch die Risikoindikatoren geändert haben; aktualisiert wurde die Zusammenfassung. Aussagen, Paraguay habe dadurch einen bestimmten Platz unter den sichersten Ländern erhalten, lassen sich aus dem Dokument nicht ableiten.
Welche Einschränkung gilt innerhalb Paraguays?
Für fünf Departamentos nennt der US-Reisehinweis eine abweichende Einstufung auf Level 2 – erhöhte Vorsicht:
- Alto Paraná,
- Amambay,
- Canindeyú,
- Concepción,
- San Pedro.
Als Grund nennt das US-Außenministerium Kriminalität, Aktivitäten krimineller Gruppen und teilweise geringe Polizeipräsenz im nordöstlichen Grenzgebiet zu Brasilien. Für US-Regierungsmitarbeiter gelten dort zusätzliche interne Beschränkungen. Diese dienstlichen Vorgaben sind keine allgemeinen Einreiseverbote für Reisende.
Die landesweite Level-1-Einstufung bedeutet deshalb nicht, dass alle Regionen gleich bewertet werden. Sie ersetzt auch keine Prüfung der konkreten Route und der aktuellen örtlichen Lage.
Was sagt das deutsche Auswärtige Amt?
Für deutsche Reisende ist vorrangig der Hinweis des Auswärtigen Amts relevant. Dessen Seite weist am 15. September 2026 aus, dass die Hinweise seit dem 7. Juli 2026 unverändert gelten.
Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen in das Grenzgebiet zu Brasilien in Amambay, Canindeyú und Alto Paraná sowie in den nördlichen Teil von San Pedro und den südlichen Teil von Concepción ab. Außerdem empfiehlt es unter anderem besondere Vorsicht in Pedro Juan Caballero und den Verzicht auf nächtliche Überlandfahrten.
Die amerikanische und die deutsche Darstellung widersprechen sich nicht zwingend. Sie verwenden unterschiedliche Warnsysteme, Zielgruppen und regionale Zuschnitte. Gemeinsam ist beiden, dass Paraguay nicht pauschal als einheitliches Risikogebiet behandelt wird und die nordöstlichen Grenzregionen gesondert zu betrachten sind.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die Einstufung ist eine hilfreiche Orientierung für Touristen, Auswanderungsinteressierte, Einwohner und Investoren, die Reisen, Besichtigungen oder längere Aufenthalte planen. Sie ist jedoch keine Aussage über das persönliche Risiko an einer einzelnen Adresse und keine Garantie für Sicherheit.
Für Standortentscheidungen reicht eine landesweite Reisestufe nicht aus. Entscheidend sind Stadtteil, Tageszeit, Verkehrsweg, Grenznähe, Sicherheitskonzept und die Art der geplanten Aktivität.
Was sollte man konkret tun?
- Für Reisen in die fünf genannten Departamentos beide amtlichen Hinweise vollständig lesen.
- Nächtliche Überlandfahrten möglichst vermeiden und lokale Entwicklungen kurzfristig prüfen.
- Dokumente und Wertsachen geschützt aufbewahren und für Bargeldtransaktionen keine unnötigen Risiken eingehen.
- Bei Immobilienbesichtigungen oder Geschäftsterminen Route, Ansprechpartner und Treffpunkt vorab verifizieren.
- Für deutsche Staatsangehörige die Reisehinweise des Auswärtigen Amts und gegebenenfalls die Krisenvorsorgeliste ELEFAND nutzen.
Was bleibt unklar?
Der US-Reisehinweis ist kein statistischer Vergleich mit anderen Staaten. Er veröffentlicht an dieser Stelle weder eine Rangfolge noch eine berechnete Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden. Aus Level 1 folgt daher weder „gefahrlos“ noch ein bestimmter Platz im internationalen Vergleich.
Einordnung für deutschsprachige Interessenten
Die korrekte positive Aussage lautet: Paraguay bleibt nach Einschätzung des US-Außenministeriums insgesamt in der niedrigsten Reisewarnstufe. Das ist ein belastbares Signal gegen pauschale Darstellungen des Landes als Hochrisikoziel. Ebenso belastbar ist aber die Einschränkung: Für Teile des Nordostens gelten deutlich schärfere Hinweise. Eine seriöse Einordnung braucht beides.
Quellen
- U.S. Department of State – Paraguay Travel Advisory, 19. August 2026
- Auswärtiges Amt – Paraguay: Reise- und Sicherheitshinweise
Aktualisiert am 15. September 2026 · Quellenlage: offiziell bestätigt

